Deutschland im Abschwung
Politik und Tarifpartner in der Pflicht

Sinkende Auftragseingänge, schrumpfende Industrieproduktion, nach unten korrigierte Konjunkturprognosen — die Lage der deutschen Wirtschaft scheint von Tag zu Tag schlechter zu werden. Zuletzt hat die Bundesregierung ihre Erwartungen für 2014 und 2015 massiv reduziert. Deutschland befindet sich in einem Abschwung. Es besteht allerdings kein Grund zur Panik — wenn Politik, Tarifpartner und Unternehmen ihre Hausaufgaben machen.

Erwirtschaften geht vor Verteilen
 
Zunächst liegt es an der Politik, die richtigen Rahmenbedingungen für Investitionen und wettbewerbsfähige Unternehmen zu setzen. Nach Mütterrente, Rente mit 63 und Mindestlohn muss die große Koalition umsteuern und sich darauf konzentrieren, Wachstum zu fördern statt Verteilung zu organisieren. Investitionen in die Infrastruktur, ein Abbau der kalten Progression, der Erhalt flexibler Beschäftigungsformen wie Zeitarbeit und Werkverträge, eine langfristig verlässliche und bezahlbare Energieversorgung, Tarifeinheit — all das sind Projekte, die unser Land und unsere Wirtschaft voranbringen können. Neuerliche Belastungen für die Unternehmen wären in der aktuellen Situation das völlig falsche Signal.
 
Moderate Tarifpolitik nötig
 
Die Tarifparteien wiederum stehen in der Pflicht, die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts durch eine moderate Tarifpolitik zu erhalten. Für die chemische Industrie mit ihren 1.900 Unternehmen und 550.000 Beschäftigten wird die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) Mitte November eine Forderungsempfehlung für die Tarifrunde 2015 abgeben. Nach Lage der Dinge muss diese deutlich niedriger ausfallen als vor einem Jahr; damals forderte die IG BCE auf dem Höhepunkt optimistischer Wachstumsprognosen 5,5 Prozent mehr Geld. Auch hier gilt es nun, die Erwartungen nach unten anzupassen.
Aufgabe der Unternehmen ist es, sich gemeinsam mit ihren Beschäftigten auf schwierigere Zeiten einzustellen. Effizienzmaßnahmen und Kostensenkungsprogramme gewinnen angesichts des konjunkturellen Negativtrends zusätzlich an Bedeutung. Auch wenn der aktuelle Abschwung mit einer Situation wie 2008/2009 nicht vergleichbar ist: Eine Herausforderung ist er in jedem Fall.


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