Chemie³:
Zuhören. Verstehen. Handeln

Wie jede politische Initiative wird auch der Erfolg der gemeinsamen Nachhaltigkeitsallianz Chemie³ von BAVC, IG BCE und VCI an den Fortschritten gemessen, die sie erreichen und initiieren kann. Schließlich beschrieben die Allianzpartner ihre frisch gedruckten Leitlinien, als sie im Mai 2013 gemeinsam an den Start gingen, als »branchenspezifischen Rahmen«, der »Unternehmen und Beschäftigten Orientierung für ihr Handeln« gebe. Und so steht seitdem im Fokus, zunächst konkrete Maßnahmen zu ergreifen, die darauf abzielen, die deutsche Chemie in Richtung mehr Nachhaltigkeit zu bewegen, und zudem einen Bericht vorzulegen, der ebendiese Schritte dokumentiert.
 
Erster Fortschrittsbericht vorgelegt
 
Heraus kam der erste »Fortschrittsbericht«. Dieser zeigt in 4 Kapiteln, wie Chemie³ mit eigens entwickelten Instrumenten nachhaltiges Handeln in der deutschen chemischen Industrie voranbringt. So helfen beispielsweise der Nachhaltigkeits-Check für kleine und mittlere Unternehmen, Good-Practice-Beispiele aus der Branche und die Info-Reihe »Leitlinien konkret« dabei, die Chemie³-Leitlinien im betrieblichen Alltag anzuwenden. Eine zentrale Rolle spielen auch die Beschäftigten als Impulsgeber und Multiplikatoren in den Unternehmen. Deswegen haben BAVC und IG BCE ihre gemeinsame Einrichtung GIBUCI — Gesellschaft zur Information von Betriebsräten über Umweltschutz in der chemischen Industrie — zu der Bildungseinrichtung So.WIN —Sozialpartner-Werkstatt für Innovation und Nachhaltigkeit — weiterentwickelt. So.WIN hat sich zum Ziel gesetzt, Betriebsräte und Führungskräfte gleichermaßen mit Fragen aus allen Dimensionen der Nachhaltigkeit vertraut zu machen. »In keinem anderen Land und in keinem anderen Industriezweig arbeiten Industrie, Arbeitgeber und Gewerkschaft gemeinsam und so systematisch an dem Ziel, Nachhaltigkeit in einer ganzen Branche zu etablieren«, unterstreicht Michael Vassiliadis, Vorsitzender der IG BCE, das Engagement von Chemie³.
 
Anspruchsvolle Ziele
 
Chemie³ zeigt in dem Bericht auch auf, welche Ziele sich die Initiative für die nächsten Jahre setzt. »Höchste Priorität geben wir dem Ziel, die Initiative in die Breite der Branche zu tragen«, betont VCI-Präsident Marijn Dekkers. Dazu soll das bestehende Unterstützungsangebot weiter beworben und fortentwickelt werden. Besonders anspruchsvoll, aber von zentraler Bedeutung für den Erfolg der Initiative ist das Ziel, Indikatoren auszuarbeiten, mit denen sich Fortschritt belegen lässt. Vor allem bei den sozialen Indikatoren betritt die Initiative Neuland: »Dieser Diskussionsprozess ist intensiv und braucht Zeit, aber er lohnt sich«, hebt Margret Suckale, Präsidentin des BAVC, hervor. »Ende 2016 werden sich dann — zum ersten Mal überhaupt — die Sozialpartner einer Branche auf eine gemeinsame Definition verständigen, was soziale Nachhaltigkeit bedeutet und wie sie gemessen werden kann.«
 
Chemie³-Tagung in Berlin
 
Auf der Tagung »Lieferkettenmanagement, Transparenz, Ressourceneffizienz — Wie sich Nachhaltigkeit in die Praxis umsetzen lässt« hatte Chemie³ Anfang November in Berlin Gelegenheit, beides — bisher Erreichtes und gesetzte Ziele — darzulegen und sich der Kritik zu stellen. Gemeinsam mit etwa 130 Stakeholdern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft diskutierten BAVC, IG BCE und VCI, wie sich unternehmerisches Handeln auf eine nachhaltige Grundlage stellen lässt und welche Herausforderungen dabei auftreten. 4 Workshops füllten den mitunter sperrigen Nachhaltigkeitsbegriff mit Leben: Was bedeutet es konkret, »nachhaltige Lieferketten zu gestalten«, »Nachhaltigkeit sichtbar zu machen«, »Ressourcen effizienter zu nutzen« oder »Soziale Nachhaltigkeit zu messen«? So lauteten die programmatischen Titel der einzelnen Workshops.
Letzterer, organisiert von BAVC und IG BCE gemeinsam mit der Chemie-Stiftung Sozialpartner-Akademie (CSSA), hatte das Projekt »Fortschrittsindikatoren sozialer Nachhaltigkeit« zum Inhalt, mit dem die Sozialpartner die bereits angesprochene Frage nach der Messbarkeit des Erfolgs von Chemie³ angehen. Vertreter von Arbeitgeber- und Gewerkschaftsseite legten Methode und bisherige Verfahrensschritte dar und stellten sich der Kritik durch die anwesenden Stakeholder. Spezifische Fragen etwa nach der Vorgehensweise bei der Indikatoren-Auswahl wurden ebenso gestellt wie die allgemeine Frage danach, ob sich ein so komplexes Phänomen wie »soziale Nachhaltigkeit« überhaupt auf eine Reihe von Kennzahlen reduzieren lasse. Letztlich, so der Tenor des Workshops, lasse sich nachhaltiges Handeln im Unternehmen nur bedingt in ein Berichtsschema pressen, sondern sei in erster Linie eine bestimmte Form zukunftsorientierten Denkens und einer auf gegenseitigem Respekt basierenden Unternehmenskultur. Trotzdem: Indikatoren seien notwendig, sonst sei so etwas wie Fortschrit t— oder vielleicht auch einmal Rückschritt — nicht greifbar.
 
Zeigen Sie Mut!
 
Eine Bereicherung für die Veranstaltung und Chemie³ insgesamt war die Beteiligung der jüngeren Generation. Etwa 15 Jugendvertreter brachten mit ihren Ideen frischen Wind in die Tagung. Indem sie den Vertretern von BAVC, IG BCE und VCI ein beherztes »Zeigen Sie Mut!« zuriefen, nahmen sie die Rolle des Mahners und Ermunterers ein: Chemie³ solle in seinen Nachhaltigkeitsbemühungen mutig voranschreiten, Chemie³ solle sich mutig konkrete Branchen-Nachhaltigkeitsziele setzen, und ja, Chemie³ solle sich mutig an ebendiesen Zielen messen lassen.  
 
Nähere Informationen zur Nachhaltigkeitsinitiative finden Sie unter www.chemiehoch3.de

    



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