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Der jüngste Tarifabschluss der Chemie-Sozialpartner bringt deutliche Verbesserungen für die Auszubildenden unserer Branche mit sich. Mit diesem Tarifpaket wollen Arbeitgeber und IG BCE die Attraktivität der Branche für Berufseinsteiger erhöhen und Fachkräfteengpässen entgegenwirken.

Der jüngste Tarifabschluss der Chemie-Sozialpartner bringt deutliche Verbesserungen für die Auszubildenden unserer Branche mit sich: So erhalten Azubis in den ersten beiden Lehrjahren 9 Prozent mehr Geld, in den Lehrjahren drei und vier sind es 6 Prozent mehr. Das Urlaubsgeld wird von 450 Euro auf 700 Euro angehoben. Zudem erhalten Azubis vor der Abschlussprüfung zwei Tage bezahlte Freistellung zur Prüfungsvorbereitung. Mit diesem Paket wollen Arbeitgeber und IG BCE die Attraktivität der Branche für Berufseinsteiger erhöhen und Fachkräfteengpässen entgegenwirken.

Wandel des Ausbildungsmarktes

In den letzten Jahrzehnten hat sich der Ausbildungsmarkt stark gewandelt. Wurde in den 1990er- und zu Beginn der 2000er-Jahre noch ein Mangel an Ausbildungsplätzen beklagt, stehen heute immer mehr Unternehmen vor der Herausforderung, freie Ausbildungsplätze mit geeigneten Kandidaten zu besetzen. Die Gründe liegen im Wesentlichen in der demografischen Entwicklung, rückläufigen Schülerzahlen, einem anhaltenden Akademisierungstrend sowie einer wachsenden Zahl junger Menschen mit fehlender Ausbildungsreife.

Folglich wächst der Wettbewerb der Branchen und Unternehmen um geeignete Bewerber, was sich auch in steigenden Ausbildungsvergütungen niederschlägt: So bieten die Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg oder die Bauwirtschaft in den westlichen Bundesländern eine durchschnittliche Ausbildungsvergütung von deutlich über 1.000 Euro/brutto im Monat an. Hinzu kommen häufig weitere Sozialleistungen oder Unterstützungsangebote für Auszubildende. Mit dem jüngsten Tarifabschluss reagiert die Chemie-Branche nochmals deutlich auf die veränderte Marktlage und sichert sich damit eine Spitzenposition unter den Ausbildungsbranchen. In der chemisch-pharmazeutischen Industrie verdienen Auszubildende nun durchschnittlich 1.084 Euro/brutto im Monat.

Gute Argumente für unsere Branche

Gleichberechtigt neben der Vergütung und den Sozialleistungen stehen als starke Argumente für eine Ausbildung in der chemischen Industrie die Vielfalt der Ausbildungsberufe, eine Übernahmequote von rund 90 Prozent, die hohe Ausbildungsqualität, moderne Ausbildungsinhalte und gute Entwicklungsperspektiven. Dieses Gesamtpaket ist einerseits ein starkes Signal für Schülerinnen und Schüler, dass die Ausbildung in der Chemie eine gute Entscheidung und eine attraktive Alternative zum Studium ist.

Andererseits ist damit auch die Erwartungshaltung verbunden, dass sich junge Menschen mit hoher Lern- und Leistungsbereitschaft, Flexibilität und Offenheit für technologische Veränderungen in den Ausbildungs- und Arbeitsprozess unserer Branche einbringen und dabei gute Ergebnisse erzielen. Denn angesichts des digitalen Wandels und des wachsenden globalen Wettbewerbs ist die chemisch-pharmazeutische Industrie mehr denn je auf innovative und kreative Lösungen angewiesen. 

 

 

Standpunkt
BAVC-Präsident Kai Beckmann

„Das Chemie-Tarifpaket 2018 ist ein gutes Signal für die Ausbildung in unserer Branche: Indem wir deutlich mehr in Ausbildung und Auszubildende investieren, steigern wir die Attraktivität der Branche für Berufseinsteiger und wirken so Fachkräfteengpässen entgegen. Unserer Branche ist es damit gelungen, unsere Spitzenposition unter den Ausbildungsbranchen weiter auszubauen.“

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