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Der Dialogprozess WORK@industry4.0 versteht sich als Ideenschmiede für die Chemie-Arbeitswelt der Zukunft. So weit, so gut. Aber dem Schmieden der Ideen sollte irgendwann das Schmieden der Werkzeuge folgen, mit denen sich Arbeitswelt konkret gestalten lässt. Diesem Ziel sind die Chemie-Sozialpartner BAVC und IG BCE jetzt ein gutes Stück nähergekommen - mit zwei Workshops, an denen insgesamt etwa 50 Expertinnen und Experten aus Unternehmen (Führungskräfte und Betriebsräte) und Verbänden (Arbeitgeberverbände und Gewerkschaft) teilgenommen haben.

Der klare Wunsch der Teilnehmerinnen und Teilnehmer: Wir brauchen ein „Zielbild Weiterbildung 4.0“, das BAVC und IG BCE in den kommenden Jahren als Richtschnur für das sozialpartnerschaftliche Handeln dienen soll. Und wir brauchen sowohl einen ethischen Rahmen als auch praktische Hilfestellungen zum Umgang mit Daten und Algorithmen im Betrieb.

Workshop „Weiterbildung 4.0“ nimmt Kurs …

Wiesbaden, Mitte Mai 2019: Führungskräfte und Betriebsräte aus der Chemie-Branche kommen beim BAVC in Wiesbaden zusammen – ohne Ausnahme Experten in Sachen Weiterbildung. Sie bekommen seltsame Arbeitsaufträge mit Anglizismen, etwa: „Positives Framing: Im Jahr 2025 erhalten die Chemie-Sozialpartner eine Auszeichnung für ihre Sozialpartner-Vereinbarung ‚Weiterbildung 4.0‘, mit deren Hilfe für die Beschäftigten und Unternehmen der Branche die Weichen zugunsten einer zukunftsfähigen Weiterbildung gestellt wurden. Für welche Inhalte der Sozialpartner-Vereinbarung erhalten die Chemie-Sozialpartner die Auszeichnung?“.

Sie sollen sich in „Themen-Sprints“ und an Flipcharts Gedanken über eine solche Vereinbarung machen. Und dann zwischendurch auch noch eine „bewegte Pause“ einlegen – also gar keine richtige, sondern eine, in der dann doch irgendwie weitergearbeitet wird.

… auf ein Zielbild für die Branche

Unkonventionell also, doch ziemlich produktiv: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer entwickelten jede Menge Bausteine für ein „Zielbild Weiterbildung 4.0“, das sich BAVC und IG BCE geben sollen. Unter anderem folgende Ziele gehören in den Augen der Experten unbedingt dazu:

  • Die intensive Beschäftigung mit der Gruppe der Produktionsmitarbeiter. Hier gelte es, zielgruppenspezifische Weiterbildungsangebote zu entwickeln, mit denen auch wenig lernaffinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern „Lust auf Lernen“ gemacht werde.
  • Ferner müssten dringend Qualifizierungszeiträume geschaffen werden. Studien und Befragungen haben bestätigt, dass es in Sachen Weiterbildung ein besonders rares und zugleich notwendiges Gut gibt: Zeit.
  • Auch gelte es, auf Branchenebene Analyse- und Prognose-Instrumente zu entwickeln, mit denen sich betriebliche Qualifikationsprofile und -bedarfe ermitteln lassen. Schließlich gehe jeder „Therapie“ in Sachen Kompetenzaufbau eine gründliche „Diagnose“ des Status quo und zu erwartender Fachkräftelücken voraus.

Workshop „Daten und Algorithmen“ …

Frankfurt am Main, Anfang Juni 2019: Wieder kommen Führungskräfte und Betriebsräte aus der Chemie-Branche zusammen – diesmal Experten rund um das Themenfeld Daten, Algorithmen, KI. Und wieder verlassen sie den üblichen Rahmen der Kooperation zwischen Personengruppen, die in anderen Zusammenhängen mit Etiketten wie „Kapital“ und „Arbeit“ versehen werden.

… arbeitet an Datenethik und praktischen Hilfen

In Frankfurt ging es ebenso agil und ergebnisreich zu wie in Wiesbaden – mit einer Einschränkung: Das Workshop-Motto „Daten und Algorithmen“ hat sich als eine Art „Themenmonster“ erwiesen: groß und schwer zu greifen. Wir haben aus der Not eine Tugend gemacht, das ursprüngliche Programm angepasst und uns fast ausschließlich dem Großthema Datenethik für die Branche gewidmet: Welche Präambel, welches darin abgebildete Menschenbild braucht eine solche Ethik? Wie lassen sich Chancen bei der Leistungs- und Verhaltenskontrolle nutzen und gleichzeitig Risiken vermeiden? Welche Rolle spielt die Beteiligung der Beschäftigten beim Umgang mit Daten im Betrieb? Um das Themenmonster greifen und bearbeiten zu können, bieten sich drei Arbeitspakete an, mit denen sich die Chemie-Sozialpartner nach Einschätzung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den kommenden Monaten und Jahren beschäftigen sollten:

  • Ethische Leitlinien zum Umgang mit Daten und Algorithmen. Es geht darum, eine zwischen den Sozialpartnern abgestimmte Datenethik für die Chemie-Branche zu entwickeln: Was dürfen, was dürfen wir nicht tun in Sachen personenbezogene Daten?
  • Verhaltensregeln für die Branche. Artikel 40 der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) sieht die Möglichkeit vor, auf Branchenebene Verhaltensregeln zu verabschieden, die die DSGVO konkretisieren. Auf diese könnten sich Unternehmen gegenüber Aufsichtsbehörden berufen.
  • Eine Verfahrenshilfe für die betriebliche Praxis. Um Konflikten auf betrieblicher Ebene vorzubeugen, bietet sich eine Art „Checkliste“ zum Umgang mit Daten an, die Führungskräfte und Betriebsräte nutzen können.

BAVC und IG BCE werden diese Arbeitspakete in den kommenden Monaten schnüren und – ebenso wie das Zielbild Weiterbildung 4.0 – als gemeinsame Standards für die Branche anbieten.

WORK@industry4.0 – ein neues Sozialpartner-Format

Mit WORK@industry4.0 haben BAVC und IG BCE ein neues Sozialpartner-Format ins Leben gerufen. Seit 2016 ist es das Ziel beider Organisationen, ein gemeinsames Verständnis zur digitalen Transformation sowie Ideen für die Gestaltung der Chemie-Arbeitswelt 4.0 zu entwickeln – auf unkonventionelle Weise: unter Verwendung agiler Arbeitsmethoden und Verzicht auf eingeübte Rollen, auf Augenhöhe, von Neugier getrieben und mehrwertorientiert. Im November 2018 haben IG BCE und BAVC einen Bericht mit ersten Ideen für die Sozialpartner auf betrieblicher und Branchenebene veröffentlicht.

 

Service
Den Bericht zu den bisher erzielten Fortschritten des Dialogprozesses WORK@industry4.0 erhalten Sie aufDen Bericht zu den bisher erzielten Fortschritten des Dialogprozesses WORK@industry4.0 erhalten Sie auf www.work-industry40.de

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