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Die Einkommenssituation der Rentner in Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren insgesamt positiv entwickelt. Dies ist ein Ergebnis des neuen Alterssicherungsberichts der Bundesregierung, der alle vier Jahre als breit angelegte Bestandsaufnahme der Alterssicherung in Deutschland erstellt wird. 

Zu Beginn des Jahres 2019 lebten in Deutschland knapp 18 Millionen Menschen im Alter ab 65 Jahren. Von diesen bezogen 96 Prozent oder rund 17 Millionen Menschen Alterssicherungsleistungen mit einem Gesamtvolumen von brutto rund 327 Milliarden Euro im Jahr. Betrachtet man das Sozialbudget der Bundesrepublik Deutschland, das alle Leistungen der sozialen Sicherungssysteme umfasst, entfielen weit mehr als ein Drittel aller Leistungen (rund 38,4 Prozent) auf die Alters- und Hinterbliebenenversorgung.

Große Bedeutung der gesetzlichen Rente 

Die gesetzliche Rentenversicherung (GRV) hat dabei die größte Bedeutung; sie erbringt den mit Abstand größten Beitrag zur Alterssicherung. Rund 73 Prozent aller Brutto-Alterssicherungsleistungen entfallen auf Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung. Den zweitgrößten Anteil mit 15 Prozent nimmt die Beamtenversorgung (BV) ein. Ihr folgt die betriebliche Altersversorgung (bAV) mit 10 Prozent. 

Hinter diesen Gesamtwerten für Deutschland verbergen sich jedoch unterschiedliche Strukturen in den alten und neuen Ländern. In den neuen Ländern dominiert die gesetzliche Rentenversicherung für die Alterssicherung weit stärker als im früheren Bundesgebiet: Nahezu alle über 65-Jährigen in den neuen Ländern beziehen eine Rente der GRV; der Anteil der GRV am gesamten Leistungsvolumen liegt dort bei 94 Prozent. In den alten Ländern weisen die von Älteren bezogenen Leistungen hingegen eine größere Vielfalt auf: Hier stammen 68 Prozent der Alterssicherung aus der GRV. Auch zwischen Frauen und Männern bestehen Unterschiede: Während bei Männern die GRV-Leistungen 67 Prozent der Gesamtleistungen aus Alterssicherungssystemen ausmachen, beträgt der Anteil bei Frauen 81 Prozent.

Günstige Einkommensentwicklung für Senioren 

Die Haushaltsnettoeinkommen nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben aller Ehepaare und Alleinstehenden im Alter ab 65 Jahren betrugen 2019 im Durchschnitt 2.207 Euro pro Monat und sind damit seit dem letzten Alterssicherungsbericht um 14 Prozent gestiegen. Die Verbraucherpreise sind im gleichen Zeitraum nur um 5,3 Prozent gestiegen. Der reale Einkommenszuwachs entspricht dem der Gesamtbevölkerung.

Das Nettoeinkommen von Ehepaaren beträgt in Deutschland rund 2.907 Euro monatlich, während alleinstehende Senioren im Durchschnitt mit 1.667 Euro über deutlich geringere Nettoeinkommen verfügen, wobei die Einkommen von Männern höher sind als die von Frauen. Allerdings sind die Einkommen von Frauen seit 2003 am stärksten gestiegen, sodass die Unterschiede deutlich geringer geworden sind. Für alle Haushaltstypen gilt, dass die Einkommen in den alten Ländern höher sind als in den neuen Ländern. In den alten Ländern sind es durchschnittlich 2.989 Euro bzw. 1.691 Euro. In den neuen Ländern beliefen sich die Werte auf 2.577 Euro bzw. 1.566 Euro.

Rentner oft mit mehreren Einkommensquellen 

Die Einkommen älterer Menschen fließen aus unterschiedlichen Quellen. Im Wesentlichen sind dies die Leistungen der Pflichtversicherungssysteme (1. Säule), der betrieblichen Alterssicherung (2. Säule), der privaten Vorsorge (3. Säule) und der Transfersysteme, die im Bedarfsfall hinzukommen können.

Nahezu sämtliche Seniorenhaushalte verfügen über Leistungen aus Alterssicherungssystemen. Sie belaufen sich im Durchschnitt für Ehepaare auf monatlich 2.711 Euro und für Alleinstehende auf 1.716 Euro. Aber auch Einkommen aus Vermögen, Vermietung und Verpachtung oder Erwerbstätigkeit spielen eine Rolle. Knapp die Hälfte aller Seniorinnen und Senioren in Deutschland verfügt über zusätzliche Einkünfte neben den Leistungen aus Alterssicherungssystemen. Im Durchschnitt verfügen die Ehepaare mit diesen Einkünften über zusätzlich 1.463 Euro und alleinstehende Bezieher über zusätzlich 680 Euro brutto.

Erwerbseinkommen im Ruhestand wenig verbreitet 

Erwerbstätigkeit mit Einkommen ist bei über 65-Jährigen mit 10 Prozent nach wie vor nicht sehr weit verbreitet. Bei Männern ist der Anteil mit 13 Prozent höher als bei Frauen (7 Prozent). Ganz überwiegend findet Erwerbstätigkeit in der Altersspanne zwischen 65 bis 69 Jahren statt. In gut einem Viertel der Fälle handelt es sich bei den erwerbstätigen Älteren um Selbständige.

Der Anstieg der Erwerbstätigkeit im Ruhestand ist dabei kein Ausdruck steigender Altersarmut. Studien zeigen, dass die höhere Erwerbstätigkeit im Alter vor allem als Ausdruck veränderter Lebensentwürfe weg von einem passiven Lebensabschnitt hin zu einer aktiven Teilnahme an Wirtschaft und Gesellschaft zu werten ist. Als Hauptgründe für eine Erwerbsarbeit nach Erreichen der Regelaltersgrenze werden von der Mehrheit immaterielle Aspekte genannt. Dazu gehören beispielsweise Spaß an der Arbeit, der Kontakt zu anderen Menschen oder das Gefühl, gebraucht zu werden.

Absicherung des Existenzminimums funktioniert 

Durch unser System zur Absicherung des Existenzminimums mit den wichtigen Bausteinen Wohngeld sowie Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung wird Altersarmut weitgehend verhindert. In Deutschland beziehen nur gut 3 Prozent der Bevölkerung ab der Regelaltersgrenze Grundsicherungsleistungen.

Betriebliche Altersversorgung stärken 

Zwar ist die Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung seit dem Jahr 2001 angestiegen. Allerdings hat der Anstieg in den letzten Jahren deutlich an Dynamik verloren. Von 2017 bis 2019 sind gerade mal eine halbe Million neue Anwartschaften hinzugekommen - auf insgesamt gut 18 Millionen. Nach wie vor besteht Nachholbedarf, die betriebliche Altersversorgung mit verlässlichen Rahmenbedingungen zu stärken.

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