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Während die Chemie-Branche zuletzt eine Vorreiter-Rolle beim Weiterbildungsengagement einnehmen konnte, zeichnen die Umfragewerte der IW-Weiterbildungserhebung 2020 ein anderes Bild: Sowohl die Weiterbildungsaktivität als auch Stundenumfang und Investitionen in die Weiterbildung der Mitarbeiter haben abgenommen, sodass die Chemie nun beim Branchenvergleich nur noch im Mittelfeld zu finden ist. Je nach Unternehmensgröße gibt es aber deutliche Unterschiede. 

Engagement bei kleinen Unternehmen gesunken Laut der aktuellen Sonderauswertung für die chemisch-pharmazeutische Industrie ist die Weiterbildungsbeteiligung der Unternehmen von insgesamt 93,4 Prozent in 2016 auf 87,8 Prozent in 2019 gesunken. Trotz dieses Rückgangs schneidet die Chemie besser ab als die Industrie insgesamt. Besonders deutlich fällt der Unterschied bei den kleinen Unternehmen mit maximal 49 Beschäftigten aus: Hier sank das Engagement von 91 auf 83,8 Prozent, während mittlere und große Unternehmen von einem absoluten Spitzenwert von 100 Prozent auf immer noch sehr gute 98 Prozent kommen. Betrachtet man die gesamtwirtschaftlich schwierige Lage in 2019, ist es nicht verwunderlich, dass vor allem kleine Unternehmen das zuvor überdurchschnittlich hohe Engagement in der Weiterbildung nicht aufrechterhalten konnten. Sinkende Produktivität und steigende Kosten ließen nicht viel Spielraum für zusätzliche Investitionen. Daher ist es umso wichtiger, Weiterbildung als geteilte Verantwortung sowohl der Unternehmen als auch der Beschäftigten wahrzunehmen. 

Weiterbildung während der Arbeitszeit  

Über 90 Prozent der Weiterbildungsaktivitäten in der Chemie-Branche entfallen auf die Arbeitszeit, womit auch ein Großteil der Weiterbildungskosten von den Arbeitgebern getragen wird. Mit 15,8 Stunden pro Jahr liegt die aufgewendete Zeit eines Mitarbeiters für Weiterbildung deutlich unter dem Niveau von 2016 (22,3 Stunden). Dieser Wert ist niedriger als das branchenübergreifende Ergebnis von 18,3 Stunden. Daraus folgt, dass auch die jährlichen Weiterbildungsinvestitionen pro Mitarbeiter gesunken sind: von einem Spitzenwert von 1.538 Euro auf ein durchschnittliches Niveau von 1.209 Euro. Aber nicht nur die gesunkene Stundenanzahl ist verantwortlich für die geringeren Ausgaben; auch der verstärkte Einsatz digitaler Lernangebote führt langfristig zu einer Kostenersparnis. 

Die Chemie setzt auf digitale Medien  

Die Chemie-Unternehmen setzen im Branchenvergleich stärker auf eigene Lehrveranstaltungen, um die Mitarbeiter ihres Betriebes weiter zu qualifizieren. Aber auch externe Schulungen und Events werden gerne genutzt. Das Lernen im Prozess der Arbeit spielt in der Chemie ebenfalls eine größere Rolle als in anderen Branchen, genauso wie das selbstgesteuerte Lernen mit Medien. Dabei fällt ein Großteil der digitalen Lernangebote vor allem auf die Bereitstellung von Literatur, Bedienungsanleitungen oder Ähnlichem in elektronischer Form. 65 Prozent der Unternehmen geben außerdem an, Lernvideos, Podcasts oder Audiomodule sowie interaktives webbasiertes Lernen anzubieten. Über 40 Prozent der Unternehmen verfügen über firmeninterne kooperative Lernplattformen, Wikis und Foren sowie andere Wissensbibliotheken. Etwas mehr als die Hälfte der befragten Chemie-Unternehmen stellt den Mitarbeitern computer- oder webbasierte Selbstlernprogramme zur Verfügung. 

Digitale Kompetenzen im Fokus  

Insgesamt ist die Nutzung digitaler Lernmedien im Vergleich zu 2016 deutlich gestiegen. Rund die Hälfte der Unternehmen gab an, dass ihre Weiterbildungsangebote darauf abzielen, den Beschäftigten mehr digitale Kompetenzen zu vermitteln. Hierzu passt, dass der Anteil der Unternehmen, die den höchsten Digitalisierungsgrad aufweisen, in der chemisch-pharmazeutischen Industrie im Vergleich zu den anderen Branchen überdurchschnittlich hoch liegt. 

Qualifizierungsoffensive Chemie...  

Über 50 Prozent der weiterbildungsaktiven Chemie-Unternehmen geben an, eines der Hemmnisse für mehr Weiterbildung sei ein zu geringes Interesse der Beschäftigten. Gleichzeitig fehlen 58 Prozent der bei der Weiterbildung aktiven Unternehmen häufig interne Planungskapazitäten. Um sowohl die Mitarbeiter zu mehr Weiterbildung zu motivieren als auch die Unternehmen bei der Bedarfsanalyse und Maßnahmenplanung zu unterstützen, haben die Chemie-Sozialpartner bereits im vergangenen Jahr die „Qualifizierungsoffensive Chemie“ auf den Weg gebracht. 

...als sozialpartnerschaftlicher Ansatz  

Diese umfasst neben einem Weiterbildungsberatungsangebot in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit sowie privaten Dienstleistern auch zwei Tools, die bei der Feststellung des Qualifikationsbedarfs unterstützen sollen: Der „Future Skills Report“ ist eine Trendanalyse, die für die Branche zukünftig wichtiger werdende Kompetenzen beleuchtet. Die Ergebnisse des Reports können in die strategische Personalplanung der Unternehmen einfließen und geben Impulse, wohin sich die Kompetenzbedarfe möglicherweise entwickeln. Das „Qualifikationsanalysetool“ wirft den Blick ins einzelne Unternehmen, erfasst vorhandene Kompetenzen und soll mögliche Lücken identifizieren. Letzteres richtet sich insbesondere an KMU. Beide Analyseinstrumente werden den Mitgliedsunternehmen der Branche voraussichtlich im Frühjahr 2021 zur Verfügung gestellt, während das Beratungsangebot zunächst in den Regionen Hessen, Nordrhein und Nordost pilotiert und getestet werden soll und sich nicht nur an Unternehmen, sondern auch an Beschäftigte richtet. 

Über die IW-Weiterbildungserhebung  

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln befragt alle drei Jahre Unternehmen zu Weiterbildungsaktivitäten, Motiven und Hemmnissen sowie zu deren Investitionsvolumen in die betriebliche Weiterbildung. 2020 haben sich insgesamt 1.340 Unternehmen, darunter 189 Betriebe der Chemie-Branche, an der Online-Befragung beteiligt. Die abgefragten Daten beziehen sich immer auf das Vorjahr.

Die IW-Weiterbildungserhebung inklusive der Sonderauswertung für die Chemie ist hier abrufbar.

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