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Diversity

Vielfalt gemeinsam leben

Diversity-Management ist für viele Unternehmen zu einer der wichtigsten Strategien im Umgang mit den Chancen und Herausforderungen in der Personalarbeit geworden. Unternehmen können wirtschaftlich erfolgreicher sein, wenn sie die Vielfalt der modernen Gesellschaft erkennen und nutzen.

Eine erfolgreiche Diversity-Strategie findet ihren Ausdruck in der offenen und respektvollen Haltung gegenüber Unterschieden hinsichtlich Alter, Geschlecht, Nationalität und ethnischer Herkunft, Religion und Weltanschauung, Behinderung und sexueller Identität. Sie strebt eine offene Unternehmenskultur ohne Vorurteile an, fördert individuelle Fähigkeiten und Talente und versteht Vielfalt wie auch Unterschiede als besondere Potenziale.

Als erste Sozialpartner haben BAVC und IG BCE bereits 1989 Grundsatzpositionen zur Chancengleichheit vereinbart. Der BAVC und seine Mitgliedsverbände begleiten die Unternehmen bei der Umsetzung ihres Ziels, ihre Beschäftigten unabhängig von Geschlecht, Herkunft und Religion und unabhängig von der Zugehörigkeit zu einer anderen Gruppe entsprechend ihrer Kompetenzen, Fähigkeiten und Leistungen einzusetzen, zu fördern und weiter zu entwickeln. Dahinter steht die Erkenntnis, dass die Unternehmen von der Vielfalt ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter profitieren.

Mit dem Abschluss der Sozialpartner-Vereinbarung „Für eine chancengleiche und familienbewusste Personalpolitik“ ist 2006 die erste Vereinbarung novelliert worden. In dieser Sozialpartner-Vereinbarung wird für die Unternehmen in praktikabler Weise mit dem Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein besonderer Schwerpunkt gesetzt.

Im Jahr 2016 haben die Sozialpartner eine weitere Vereinbarung “Arbeiten und Leben in Balance – Neue Herausforderungen in einer veränderten Arbeitswelt” abgeschlossen, die Themen wie Digitalisierung, Herausforderung in Kindererziehung und Pflege oder Führen in Teilzeit aufgreift. Benötigt werden betriebliche Konzepte zu orts- und zeitflexiblem Arbeiten, mehr Arbeitszeitsouveränität und Qualifizierungen für unterschiedliche Beschäftigtengruppe unter Berücksichtigung betrieblicher Belange. Durch den Fachkräftemangel erlangen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine immer größere Bedeutung. Wenngleich bereits heute von staatlicher Seite viel für Familien getan wird, besteht noch ein großes Potenzial für Veränderungen. Insbesondere für junge Eltern, aber auch für Arbeitnehmer, die sich um pflegebedürftige Angehörige kümmern, sind Regelungen elementar, die Ihnen ein hohes Maß an Flexibilität gewähren. Auch wenn die Unternehmen dem Staat die Verantwortung hierfür nicht abnehmen können, leisten sie wichtige Beiträge durch ergänzende Maßnahmen wie beispielsweise mobiles Arbeiten, erleichterte Rückkehr aus Eltern- oder Pflegezeiten oder die Unterstützung von Führungskräften in Teilzeit.

Als Leuchtturmprojekt haben die Sozialpartner Ende 2015 das Projekt “KarisMa – Karriere 50+ - Mit Erfahrung punkten” ins Leben gerufen. Hierbei lag der Fokus auf Beschäftigten ab dem 50. Lebensjahr, ihren Wünschen, ihren Zielen, ihrer Wertschätzung im Unternehmen. Hierbei haben neun Unternehmen der chemischen Industrie eigene Projekte auf die Beine gestellt und gewinnbringende Ergebnisse erzielt. Den vollständigen Projektbericht finden sie hier.

Spätestens seit dem Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention 2009 in Deutschland hat die Inklusion mit dem Ziel der vollständigen Einbeziehung behinderter Menschen in die Gesellschaft auch im Arbeitsleben eine übergeordnete Bedeutung gewonnen. Die Verwirklichung der Inklusion liegt aber auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels sowohl im Interesse der Wirtschaft wie auch der Gesellschaft. Menschen mit Behinderungen sind ein selbstverständlicher Teil der Gesellschaft und nehmen am gesellschaftlichen Leben teil. Im Unternehmen sind Menschen mit Behinderungen daher selbstverständlicher Bestandteil der Belegschaft.

Aktionspläne der Unternehmen

Für das Gelingen der Inklusion behinderter Menschen in unserer Gesellschaft und damit auch im Arbeitsleben ist zunächst das Erkennen der vorhandenen Potenziale aller Mitarbeiter entscheidend. Behinderte Menschen können und wollen im Beruf voll leistungsfähig sein. Die Rechte von Menschen mit Behinderungen im Unternehmen zu berücksichtigen, erfordert strategisches, planerisches Handeln. Bereits heute haben branchenübergreifend viele Unternehmen Aktionspläne verabschiedet, mit denen Ziele und Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention konkretisiert werden. Hierzu gehören unter anderem Arbeitsplatzgestaltung, Barrierefreiheit sowie soziale Leistungen. Die Wirtschaft wirbt mit zahlreichen Aktivitäten für mehr Inklusion am Arbeitsplatz. So spricht die Initiative »Inklusion gelingt!« von BDA, DIHK und ZDH vor allem solche Betriebe an, die bisher aus unterschiedlichsten Gründen noch keine Menschen mit Behinderung ausgebildet oder beschäftigt haben. Auch das bundesweite »UnternehmensForum« engagiert sich seit 2002 für mehr Integration von Menschen mit Behinderung in die Wirtschaft. 

Verlässliche Rahmenbedingungen nötig

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für eine gelungene Inklusion im Unternehmen sind verlässliche Rahmenbedingungen, ohne überzogene Schutzvorschriften im Schwerbehindertenrecht. Sie sind oft Hürden für eine Beschäftigung von behinderten Menschen. Auch das Bundesteilhabegesetz, das 2017 in Kraft getreten ist, erhöht die bürokratischen Hürden und damit die Zurückhaltung bei der Einstellung von Menschen mit Behinderung. Aus Sicht von inklusionsengagierten Unternehmen würde neben weniger Bürokratie eine zentrale Anlaufstelle für organisatorische und finanzielle Unterstützung — auch für betroffene Arbeitnehmer — helfen, noch mehr Menschen mit Behinderung in Ausbildung und Beschäftigung bringen. Nur mit individuellen und passgenauen Lösungen lässt sich eine erfolgreiche, am Arbeitsmarkt orientierte Unterstützung behinderter Menschen erreichen.

Die Zukunft der chemischen Industrie wird von den Herausforderungen einer globalisierten Welt geprägt. Gleichzeitig muss Deutschland Antworten auf die Fragen des demografischen Wandels geben - die Bevölkerungsstruktur unseres Landes hat sich in den letzten Jahrzehnten erheblich verändert. Menschen aus unterschiedlichen Regionen der Welt haben in Deutschland ihren Lebensmittelpunkt gefunden. Rund 25 Prozent der Bürgerinnen und Bürger unseres Landes besitzen mittlerweile einen Migrationshintergrund. Sie bringen verschiedene Sprachen, religiöse Überzeugungen und Lebensstile mit in ihre neue Heimat und sind ein elementarer Teil der Gesellschaft und der Arbeitswelt geworden.

Vielfalt entsteht, wenn sich Unterschiede zu einem gemeinsamen Ziel verbinden. Vielfalt bedeutet ein Gros an personellen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen, vor allem aber bietet es Chancen für die Weiterentwicklung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und für den Nutzen als strategischer Wettbewerbsvorteil von Unternehmen. Als unmittelbare Folge wird Diversity Management für Arbeitgeber immer wichtiger. Bestand die Aufgabe des Diversity Managements lange Zeit vor allem darin, Diskriminierungen aufgrund jener besonderen Eigenschaften der Mitarbeiter – etwa bereits beim Recruiting – zu verhindern und Chancengleichheit herzustellen, hat es sich in den vergangenen Jahren zunehmend zu einem Instrument entwickelt, mithilfe dessen die Unterschiede, kulturellen Hintergründe und praktischen Erfahrungen zum Nutzen des Unternehmens betont und praktisch eingesetzt werden.

Im Jahr 2008 haben die Sozialpartner der chemischen Industrie eine Vereinbarung “Diversity - Vielfalt nutzen - Chancengleichheit verwirklichen” abgeschlossen. Bereits vor über zehn Jahren haben die Unternehmen der chemischen Industrie erkannt, welchen Nutzen die Vielfalt der Mitarbeiter für den Arbeitsprozess bedeuten. Heute ist das Thema “Diversity” Teil der Unternehmenskultur und wird durch immer neue Projekte ständig weiterentwickelt.

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